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Jan30

Bevölkerung lehnt Kiesabbaupläne ab

Kategorie// 2016, 2016, Aktuelles, Zeitungsberichte

Trotz der Halbierung der beantragten Erweiterungsflächen von vier Unternehmen für den Kiesabbau, lehnt die Bevölkerung von Göggingen die Pläne ab.




Die Erweiterungspläne von vier Kiesfirmen, in der Raumschaft Krauchenwies weitere Millionen Tonnen Kies abzubauen, stoßen auf heftigen Widerstand der Bevölkerung auch mit Hinweis auf die „Hinterlassenschaften“ so wie in Glashütte. | Bild: luftGerhard Plessing
 
Formularende
Fast halbiert hat das Regierungspräsidium Tübingen die von vier Kiesfirmen beantragten Erweiterungsflächen, um in den nächsten 30 Jahren rund um Göggingen und Bittelschieß weitere Millionen Tonnen Kies abzubauen. Statt 164 Hektar genehmigte die Behörde rund 88 Hektar, wovon 39 Hektar im Offenlandabbau ausgebeutet werden. Im vollbesetzten Saal des Gasthauses „Linde“ verhehlten Ulrike Kessler und Ursel Habermann vom Regierungspräsidium nicht, wie schwer die Abwägung und die Entscheidungsfindung waren. „Das tut den Kiesern richtig weh“, konstatierte Kessler ob der Halbierung der Abbaupläne und sprach angesichts der umfangreichen Bürgerbeteiligung von einem „Modellprojekt Kiesabbau Krauchenwies.“ Mehrfach erinnerte sie die Kieser an die Versäumnisse ihrer bisherigen Rekultivierungspolitik: „Wir wollen keine Dämme, und Mondlandschaften passen nicht in die Zeit!“

Weitere Informationen
·       Kiesfirmen müssen Abbaupläne reduzieren
Nach der Vorstellung der einzelnen Erweiterungsvorhaben, bei denen den Firmen viele konkrete Vorgaben gemacht wurden, startete die Diskussion. „Das wurde über die Köpfe der Bürger entschieden. Wir haben nichts erreicht“, meldete sich Erika Briesemeister als Erste und erntete Beifall. Dass Ettisweiler mit Kiesfahrten aus Göggingen zusätzlich belastet werde, sei nicht hinnehmbar, zürnte ein Bewohner. „Es ist nicht alles gut und noch lange nicht abgeschlossen“, betonte Rainer Ohmacht, Vorsitzender des Vereins „Lebenswertes Göggingen“ und kündigte an, dass die Bürgerinitiative weitermachen und richtete heftige Vorwürfe an die Kiesfirmen für ihre Hinhalte- und Verschleppungstaktik bei der Umsetzung von Rekultivierungsmaßnahmen.
Warum die Ablehnung des Regionalverbandes des Offenlandabbaus nicht berücksichtigt wurde, fragte Werner Veeser und erhielt die verblüffende Antwort von Ulrike Kessler, dass die Stellungnahme des Verbandes nur eine unter vielen war. Man habe intensiv nach einer rechtlichen Grundlage gesucht, mit der man Offenlandbau ablehnen könnte, aber diese Rechtsgrundlage gebe es nicht. „Warum wird jetzt nicht anderswo abgebaut?“, wiesen mehrere Besucher darauf hin, dass Göggingen seit mehr als 50 Jahren die Last des Kiesabbaus ertragen müsse. Derzeit werde ein neuer Regionalplan erstellt, erklärte Guido Köberle vom Regionalverband Bodensee-Oberschwaben, dass er sich nicht vorstellen könne, dass Göggingen über die nächsten 30 Jahre hinaus als Kiesabbaugebiet ausgewiesen wird.
„Es wurde ein enges Korsett vorgegeben“, sagte Dezernatsleiter Bernhard Obert vom Landratsamt und kündigte an, dass die Genehmigungen bezüglich der Rekultivierung anders als früher konkrete und verbindliche Regelungen enthalten werden. Er wurde aufgefordert, zusätzliches Personal für die Kontrolle der Kiesfirmen einzustellen. „Verschwundenes Vertrauen kann nur durch Taten wieder erlangt werden“, wiederholte Ulrike Kessler immer wieder und blickte zu den Vertretern der Firmen. „Die Willensbildung der Gemeinde ist klar“, ließ Bürgermeister Jochen Spieß keinen Zweifel, dass man am Beschluss festhalten wird, in den geplanten Erweiterungsflächen keine gemeindeeignen Feldwege an die Kiesfirmen zu verkaufen. „Was ist es wert, was wir hier machen?“, stellte der Rathauschef als Grundsatzfrage in den Raum. Er wies auf die ablehnenden Entscheidungen der demokratischen Institutionen Ortschafts- und Gemeinderat und Regionalverband bezüglich des Offenlandabbaus hin, die jetzt keinen Widerhall finden. Viel Lob hatte er für das Engagement der Bürgerschaft und appellierte an alle, sich weiter einzubringen. Etliche Mitglieder des Vereins „Lebenswertes Göggingen“ und viele Bürger machten aus ihrer Enttäuschung, Verbitterung und Wut über das Gebaren der Kiesfirmen in den vergangenen Jahrzehnten keinen Hehl. Die Angesprochenen hörten zu, aber niemand nutzte die Chance für ein Statement.
 
Erweiterungsflächen
Die Firma Baresel beantragte im Trocken- und Nassabbau eine Erweiterung von 48 Hektar, wovon 13,4 Hektar vom Regierungspräsidium als zulässig erkannt wurden. Die Firma baut nur acht Wochen im Jahr ab. Die Firma Nord-Moräne beantragte gleichfalls 48 Hektar im Trockenabbau und erhielt die Genehmigung für 35 Hektar. Die Firmen Valet & Ott und Martin Baur beantragten gemeinsam eine Fläche von 68 Hektar samt Wiederverfüllung, wobei das RP nach der raumordnerischen Prüfung auf 39 Hektar einen Abbau als zulässig erkannte, der mit einer einzigen Abbaukolone durchgeführt werden muss. Der Abbauzeitraum beträgt 30 Jahre. Die im Offenlandabbau beantragten Flächen verringerten sich von 78 auf 39 Hektar. (siv)