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Feb04

Der Kiesabbau geht weiter

Kategorie// 2013, Zeitungsberichte

  • Planungsausschuss stimmt vorzeitiger Ausbeutung von drei Hektar in Bittelschieß zu
  • Regionalverband Bodense-Oberschwaben fordert konsequente Rekultivierung


An diesem Steilhang am bisherigen Abbaugebiet Bittelschieß soll Richtung
Westen auf weiteren drei Hektar vorzeitig Kies abgebaut werden. Bild: ohmacht
„Heute ist nicht die Generaldebatte für den Kiesabbau. Aber für die Gesamtplanung müssen wir uns viel Zeit lassen“, machte Hermann Vogler, Vorsitzender des Regionalverbandes Bodensee-Oberschwaben, bei der Sitzung des Planungsausschusses im Rathaus Krauchenwies mehrfach deutlich, dass der Verband die Sensibilität der Thematik kennt.

Die Konzentration des Kiesabbaus rund um Göggingen, Ettisweiler und Bittelschieß auf rund 15 Quadratkilometern wurde den Ausschussmitgliedern bei einer 1,5-stündigen Besichtigungstour eindrucksvoll demonstriert. Vornehmlich ging es um den Antrag der Firma Nord-Moräne Kieswerke GmbH, 100-prozentige Tochter der Kiesfirma Baresel, die in Bittelschieß vorzeitig drei weitere Hektar ausbeuten will, weil die genehmigten Abbauvorräte aufgrund mangelhaften Materials schneller als geplant zu Ende gehen und letztlich die Betriebsfortführung gefährdet ist. Für diesen vorzeitigen Eingriff ist ein so genanntes Zielabweichungsverfahren notwendig. Vor Ort erläuterte Geschäftsführer Bernd Schönebeck die Notwendigkeit des vorzeitigen Abbaus an einem bestehenden Steilhang und prinzipiell stimmte der Planungsausschuss zu. Allerdings nur unter der Vorgabe, dass diese Erweiterung in das Raumordungsverfahren integriert wird, das derzeit in Vorbereitung ist, weil vier Kiesfirmen in der Region ihre Abbauflächen um rund 110 Hektar erweitern wollen (der SÜDKURIER berichtete mehrfach). Gegen dieses Verfahren ist im baden-württembergischen Landtag ein Petitionsverfahren anhängig, informierte Ulrike Kessler vom Regierungspräsidium Tübingen, dass erst nach dessen Ablauf, ihre Behörde eine Entscheidung treffen könne. „Der Abstand zur Wohnbebauung, das Grundwasser, der Verkehr, die Luftströme – alles muss zusammen passen“, machte sie ihre hohen Anforderungen an die antragsstellenden Kiesfirmen unmissverständlich deutlich. Verbandschef Vogler erklärte mit Hinweis auf die mangelhaft durchgeführten Rekultivierungsmaßnahmen, dass in der Vergangenheit vieles nicht gut gelaufen sei.

Deshalb machte der Planungsausschuss seine Zustimmung zum Zielabweichungsverfahren vor allem davon abhängig, dass die Rekultivierungsmaßnahmen zeitnah umgesetzt werden, wobei das Landratsamt als Genehmigungsbehörde letztlich über die Abbauanträge entscheidet.

Auf Vorschlag von Bürgermeister Jochen Spieß wurde die entsprechende Textpassage verbindlicher und verschärfter formuliert und folgte letztlich inhaltlich der Stellungnahme des Gemeinderates Krauchenwies sowie des Ortschaftsrates Göggingen. Wenn alles glatt läuft, kann die Nord-Moräne in den kommenden fünf Jahren jährlich 220 000 Kies auf den drei Hektar Erweiterungsflächen abbauen. Bis dahin ist sicher auch das große Raumordnungsverfahren abgeschlossen, wobei das Thema „Kiesexport“ mit abgearbeitet wird. Man könne nicht in der ohnehin belasteten Region Kiesabbauflächen als rohstoffsichernde Maßnahme ausweisen, und die Hälfte wird exportiert, moserten einige Ausschussmitglieder.