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Okt17

Fragestunde in der Kiesgrube von Valet & Ott

Kategorie// Zeitungsberichte, 2012

  • Ortschaftsrat, Behördenvertreter und Vereinsmitglieder treffen sich bei Valet & Ott.
  • Planer beschäftigt sich mit Folgenutzung als Erholungsgebiet und erläutern Details


Bildbeschreibung siehe Seitenende*
Ortschaftsrat, Behördenvertreter und Vereinsmitglieder treffen sich auf dem Gelände der Kiesgrube. Die Planer beschäftigen sich mit Folgenutzung als Erholungsgebiet und erläutern Details.

Die jüngste öffentliche Sitzung des Ortschaftsrats Göggingen fand vor Ort in der Kiesgrube von Valet & Ott statt. Da sich die Gögginger seit geraumer Zeit vehement gegen weiteren Kiesabbau wehren, stehen die Gruben und damit deren Rekultivierungen im Fokus. Der Ortschaftsrat unter Leitung von Ortsvorsteher Martin Binder hatte einen Fragenkatalog zusammengestellt. Dieser war vorab an die zuständige Stelle im Landratsamt (Dezernat Umwelt und Arbeitsschutz) zur Vorbereitung der gemeinsamen Sitzung weitergeleitet worden.

Neben dem kompletten Ortschaftsrat konnte Binder auch Bürgermeister Jochen Spieß, den Geschäftsführer von Valet & Ott., Helge-Alexander List, Johann Senner vom Landschaftsplanungsbüro Senner in Überlingen, Vertreter des Vereins „Lebenswertes Göggingen und Umgebung“ und einige Bürger begrüßen.

Diese Vorgehensweise bei der Zusammenarbeit sei ein Weg in die richtige Richtung, so Martin Binder, denn nur miteinander könne man vorankommen. Annette Stemann beantwortete größtenteils für das Landratsamt Sigmaringen die aufgetretenen Fragen. Dabei stellte die Folgenutzung des Geländes einen ersten kritischen Punkt dar. In der Genehmigung, und damit rechtsverbindlich, wird eine extensive landwirtschaftliche Folgenutzung aufgeführt. Dagegen war an einer Stelle, von deren intensiver Nutzung die Rede. „Das ist nur mit einem Schreibfehler zu erklären“, so Annette Stemann. Grundsätzlich gelte, dass ein Drittel der Fläche dem Naturschutz der Rest der vorherigen Nutzung, in diesem Fall der landwirtschaftlichen Nutzung, zugeführt werden soll.

Ein im Gelände liegendes Telekom-Kabel sorgt dafür, dass die Abbau-Abschnitte geändert werden mussten, wurde weiter ausgeführt. Des Weiteren erfuhren die 20 Zuhörer, dass Kiesabbaugenehmigungen für einen sehr langen Zeitraum (20 bis 25 Jahre) genehmigt werden. Über so einen langen Zeitraum sei nicht alles vorhersehbar und man müsse deshalb gegebenenfalls flexibel reagieren. Allerdings bei wesentlichen Änderungen ist eine Änderungsgenehmigung notwendig.

Eine weitere Frage zielte auf die Kennzahlen, welche Menge an Kies beziehungsweise Mutterboden ausgehoben wird, die dem Regionalverband vorliegen. Bezüglich der Rohbodenbiotope ohne Mutterboden konnte Stemann die folgende Auskunft geben: Diese Schotter- und Steilwandflächen sind für den naturschutzfachlichen Ausgleich sehr wertvoll. „Durch den Kiesabbau entstehen Flächen, die es in Deutschland nicht mehr so häufig gibt.“ Dadurch kämen dann auch entsprechende Tierarten wieder zurück. Ob eine Sickerschicht wegen dem Niederschlagswasser berücksichtigt worden sei, wurde von dem Geologen des Landratsamtes mit einem klaren „Nein“ beantwortet. Diese war in der Genehmigung nicht vorgesehen und sei auch nicht notwendig. Genauso wurde von den Fachleuten aus Sigmaringen klargestellt, dass eine Auffüllung mit Fremdmaterial (genehmigt sind bis 200 000 Kubikmeter) und eigenem Abraum, aber keinem Mutterboden, erfolgen kann.

Bezüglich der Erschließung des Geländes, an der Zugänglichkeit und der Wegeführung für das spätere Naherholungsgebiet wird gerade gearbeitet. Gespräche mit dem Ortschaftsrat haben stattgefunden. Anschließend erfolgte die Auskunft, dass das Monitoring der Rekultivierung regelmäßig durch das Landratsamt erfolgt und zuletzt im Juli durchgeführt wurde. Auf die Frage, wann bei der Grube Baresel die Einhaltung der Auflagen überprüft wurde, erging die Auskunft, dass dies Anfang dieses Jahres stattgefunden hat. Gleichzeitig erfolgte der Hinweis, dass diese Rekultivierungs-Genehmigung total „veraltet“ ist. Auch wollte der Ortschaftsrat wissen, ob zukünftig regelmäßige Ortstermine mit dem Ortschaftsrat angeboten werden. Annette Stehmann sagte, dass bei Bedarf ein Termin vereinbart werden könnte.

Eine ausführliche Erläuterung gab es noch zu den kosmetischen Maßnahmen nach dem Kiesabbau. Hier wurde den Zuhörern an Hand von Kartenmaterial der Verlauf von Wanderwegen, der Bewaldung und der Aufstellung eines Aussichtsturms verdeutlicht. Kurz vor Einbruch der Dunkelheit hatten die Anwesenden dann noch Gelegenheit weitere Fragen zu stellen machten aber davon keinen Gebrauch. Das Schlusswort von Ortsvorsteher Binder lautete: „Wir werden den weiteren Fortgang der Rekultivierung nicht nur mit einem Auge aufmerksam weiter verfolgen.“


*Beim Ortstermin am Rande der Kiesgrube Valet & Ott bei Göggingen wurde ein Fragenkatalog des Ortschaftsrats aus Göggingen und des Vereins „Lebenswertes Göggingen und Umgebung“ auch an Hand von Lageplänen erläutert (von links): Rainer Ohmacht (Verein Lebenswertes Göggingen und Umgebung), Annette Stemann und Adalbert Mattes (jeweils vom Landratsamt Sigmaringen), Helge-Alexander List (Valet & Ott), Johann Senner und Brigitte Schmitt (beide vom Landschaftsplanungsbüro Senner).  Bild: Reschke