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Feb04

Regionalverband unterstützt vorzeitigen Kiesabbau in Bittelschieß

Kategorie// 2013, Zeitungsberichte

Planungsausschuss schließt sich nach Ortstermin der Stellungnahme der Gemeinde zu Abbau an.


Nordmoräne-Geschäftsführer Bernd Schönebeck (rechts) erläutert den Mitglie-
dern des Planungsausschusses sein Vorhaben. Im Hintergrund sieht man den
Bereich, den er gern vorzeitig abbauen würde. (Foto: Jennifer Kuhlmann)
Von Jennifer Kuhlmann

KRAUCHENWIES - Bürgermeister Jochen Spieß hat für die gestrige Sitzung des Planungsausschusses des Regionalverbands Bodensee-Oberschwaben extra einen Bus geordert. Die Mitglieder wollen sich vor Ort einen Eindruck über die Situation der vom Kiesabbau betroffenen Ortsteile von Krauchenwies verschaffen. Einerseits, weil es in der Sitzung um die von der Firma Nordmoräne beantragte vorzeitige Erweiterung des Kiesabbaus bei Bittelschieß geht. Andererseits steht bald die Diskussion über das gemeinsame Raumordnungsverfahren für die vier Kiesunternehmen an. Da könne es nicht schaden, so die einhellige Meinung, wenn alle mit der Lage ein wenig vertraut seien.

Bernd Schönebeck, der Geschäftsführer der 100-prozentigen Baresel-Tochterfirma Nordmoräne, führt die Ausschussmitglieder persönlich über das Gelände in Bittelschieß. Vom Rand der Grube aus erklärt er, warum das Abbaugebiet vorzeitig um drei Hektar erweitert werden soll. Die Zusammensetzung der Abbaumasse sei anders als angenommen, deshalb müsse eine größere Menge abgebaut werden, um an die gewünschte Kiesmenge zu kommen (die SZ berichtete).

Unter Steilhang liegt der Kies

Er weist über die Grube hinweg zu einem mit Bäumen bewachsenen Steilhang. Wenn alle involvierten Stellen einverstanden sind, soll genau hier weiter abgebaut werden. Dass die Rekultivierung der bereits abgebauten Flächen in vollem Gange ist, können die Ausschussmitglieder von dieser Seite der knapp einen Kilometer breiten Grube nur erahnen. „Mit einer Abbautiefe von bis zu 60 Metern ist dieses Abbaugebiet eines der tiefsten und größten in der Region“, sagt der Verbandsvorsitzende Hermann Vogler, dem es so vorkommt, als würde er in einem Braunkohletagebau stehen.

Mit dem Bus geht es außerdem noch an Ettisweiler vorbei nach Göggingen, wo die aktuellen Abbauflächen von Baresel und Valet und Ott angesehen und die Fläche begutachtet wird, die im Raumordnungsverfahren betroffen sein wird. „Das war jetzt wichtig, dass das alle mal gesehen haben“, sagt Bürgermeister Jochen Spieß nach der Tour. Mit im Bus saßen übrigens auch einige Vertreter der Bürgerinitiative „Lebenswertes Göggingen“ um Rainer Ohmacht.

Weil sie sich jetzt mit eigenen Augen davon überzeugen konnten, was für eine riesige Fläche in Bittelschieß gerade „offen“ da liegt, können die Ausschussmitglieder besser verstehen, warum Ortschafts- und Gemeinderäte auch bei der verhältnismäßig kleinen Erweiterung so viel Wert auf die Rekultivierung legen.

Rekultivierungspläne einhalten

Deshalb soll die angedachte Erweiterung in Bittelschieß nur möglich sein, wenn die in einer späteren Genehmigung durch das Landratsamt festgelegten Rekultivierungsabschnitte zeitlich eingehalten werden. Außerdem müssten Gutachten zu den einzelnen Schutzgütern eine Umweltverträglichkeit gewährleisten.

Damit folgt der Planungsausschuss inhaltlich der Stellungnahme von Ortschafts- und Gemeinderat. Ulrike Kessler vom Regierungspräsidium Tübingen wies darauf hin, dass die Stellungnahme des Regionalverbands nur eine von vielen sei, die das RP einhole. Nun müsse die Entscheidung im Petitionsausschuss abgewartet werden, der sich mit einem allgemeinen Petitionsantrag gegen weiteren Kiesabbau beschäftige. „Es wird also noch dauern, bis wir weitermachen können“, so Kessler.

Über das anstehende Raumordnungsverfahren zu weiterem Kiesabbau der vier Unternehmen wird der Planungsausschuss voraussichtlich noch in diesem Jahr intensiv reden müssen. „Da müssen wir uns viel Zeit nehmen, um die vielen sensiblen Themen wie Verkehrsführung, Nähe zu Wohnbebauung, Naturschutz und Rekultivierung ausreichend zu diskutieren“, so der Verbandsvorsitzende Hermann Vogler. Dann werde man auch über die Ziele der Kiestransporte sprechen, kündigte er an. Während der Busfahrt und der Sitzung hatte es mehrere Anfragen bezüglich möglicher Kiestransporte in die Schweiz gegeben. Bereits im Vorfeld hatte zumindest Nordmoräne verneint, dorthin zu exportieren.